Hippodrom

Im antiken Konstantinopel war das Hippodrom eine Pferderennbahn, welches das sportliche und soziale Zentrum der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches war.

In der türkischen Stadt Istanbul liegt heute, an der selben Stelle, der Sultanahmet-Platz, an welchen man noch einige Elemente der historischen Anlage sehen kann.
Als die Stadt Byzantion noch eine Provinzstadt war, wurde das erste Hippodrom erbaut.

Der römische Kaiser Septimus Severus baute im Jahr 203 die Stadt aus. Hierbei wurden die Stadtmauern erweitet und die Stadt mit einer Arena für Wagenrennen ausgestattet. Nach dem Nika-Aufstand von 523 erholte sich Konstantinopel nicht und das Hippodrom wurde nicht mehr aufgebaut und erlangte somit auch nicht seinen einstigen Glanz wieder.

Aus allen Teilen des Reiches wurden Kunstwerke nach Konstantinopel gebracht, um die Hauptstadt wieder in ein entsprechendes Licht zu rücken. Hierzu gehörte unter anderem der Opferaltar von Plataiai, welcher aus dem Tempel des Apollon in Delphi entfernt, und in der Mitte des Hippodrom aufgestellt wurde. Durch den vierten Kreuzzug wurde der Altar jedoch zerstört und übrig blieb nur eine, heute zu sehende, geschlungene Säule.

Obelisken aus Ägypten ließ der Kaiser Theodosius I. nach Konstantinopel bringen. Dieser Obelisk, aus rosafarbenem Granit, ist heute nur noch 19,5 Meter hoch, da er nach dem Ausbau stürzte und zerbrach. Er war ursprünglich 32 Meter hoch und ist auf einem Sockel aus Marmor wieder aufgerichtet worden. Heute liegt der Platz etwa zwei Meter höher als die damalige Rennbahn und die Monumente ragen aus Vertiefungen in der Anlage, welche einem Park ähnlich sind, hervor. Der Kaiser-Wilhelm-Brunnen, ein im neobyzantinischen Stil, achteckig erbauter Brunnen, steht am nördlichen Ende des Hippodrom. In Andenken an den Besuch Kaiser Wilhelms II. , wurde dieser 1900 errichtet.