Goldenes Horn

In Istanbul nennt sich eine lang gezogene Bucht des Bosporus "Goldenes Horn". Es ist 11 km lang, 40 Meter tief und erreicht eine Breite von 800 Meter. Den Namen erlangte das Horn durch die weit reichende Verwendung von Gold. Gemeinsam mit dem Marmarameer begrenzt es die südlich von ihm gelegene Halbinsel. Es war, während des byzantinischen Reichs, der wichtigste Hafen der Stadt. Die Stadt wurde durch Mauern, entlang der Küstenlinie, vor Seeangriffen geschützt. Eine große Kette am Eingang des Horn, welche bis zum Galatatum auf der Nordseite reicht, verhinderte, dass unerwünschte Schiffe hereinkamen.

Im 10. Jahrhundert wurde die Kette das erste mal von den Kiewer Rus durchbrochen, 1204, während des Vierten Kreuzzuges, durchbrachen die venezianischen Schiffe die Kette und 1453 gelang Sultan Mehmed II die Eroberung der Stadt. An den Ufern befanden sich hübsche Lustschlösschen und Pavillons mit gepflegten Gärten. Durch den Bau vieler Fabrikanlagen wurde die Idylle zerstört. Der Kaiserpalast, das Hippodrom, und viele andere offizielle Gebäude, welche prachtvoll ausgestattet waren, standen südlich des Horns auf der Halbinsel. Kaufleute, griechische Bürger, Juden, Italiener und andere nicht Muslime siedelten, nach dem Fall Konstantinopels, entlang des Horns an. Heute noch ist das Horn auf beiden Seiten bewohnt. Selbst die Istanbuler Handelskammer hat dort ihren Sitz.

Am oberen Teil der Bucht überqueren die Galata-Brücke, welche 1863 erbaut wurde und die Altstadt mit den Bezirken von Galata und Beyoglu verbindet, die Atatürk-Brücke und die Halic-Brücke, sowie das Goldene Horn. Nach der Säuberung wurde das Goldene Horn zu einer touristischen Sehenswürdigkeit in Istanbul. Der Freizeitpark Miniatürk liegt am Ende des Horns.